Achtung! Dieser Artikel basiert auf den Prinzipien des Ayurveda und dient ausschließlich zu Informationszwecken. Er stellt keine medizinische Empfehlung dar. Jede Änderung Ihrer Ernährung, insbesondere bei chronischen Erkrankungen, erfordert eine obligatorische Beratung durch Ihren behandelnden Arzt oder einen zertifizierten Ernährungsberater.
Vermutlich im 15. Jahrhundert beschrieb Swami Svatmarama in seinem Text „Hatha-Yoga Pradipika“ sechs Shatkarmas (Reinigungstechniken): Dhauti, Basti, Neti, Trataka, Nauli und Kapalabhati. Diese Reinigungstechniken verbessern die Körperfunktionen und helfen dabei, ein harmonisches Gleichgewicht zwischen Körper und Geist herzustellen. Eine dieser Yoga-Reinigungstechniken ist Trataka (aus dem Sanskrit übersetzt bedeutet Trataka „Tränen vergießen“).
Was ist Trataka: Nutzen und Kontraindikationen
Trataka gilt als umfassende Meditationspraxis, mit deren Hilfe das „dritte Auge“ geöffnet werden kann. Es handelt sich um die Praxis, einen Gegenstand oder ein Objekt intensiv, lange und konstant anzuschauen. Trataka ist als Konzentration auf eine Kerzenflamme bekannt. Es gibt viele andere Objekte der Konzentration: Bilder von Heiligen, Ikonen, Figuren von Gottheiten, religiöse Symbole, Zeichen, die aufgehende oder untergehende Sonne, der Mond oder ein Stern. Viele bezeichnen Trataka als meditative Praxis, aber man muss den Unterschied zwischen Meditation und Konzentration verstehen. Trataka, die Konzentration auf einen Gegenstand, ist anders als Meditation: Während der Konzentration findet eine Willensanstrengung statt, durch die die gesamte Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes Objekt gerichtet wird.
Die positive Wirkung dieser Technik ist sehr groß. Die Wichtigste davon wird in der „Hatha-Yoga-Pradipika“ wie folgt beschrieben: «Trataka beseitigt alle Augenkrankheiten, Müdigkeit und Trägheit; es verhindert das Auftreten dieser Probleme. Es muss geheim gehalten werden wie ein goldenes Schmuckkästchen». Mit Hilfe dieses Shatkarma kann man das Sehvermögen wiederherstellen, die Tränenkanäle und Augen reinigen, neurologische Störungen heilen, einen meditativen Zustand erreichen, das Gedächtnis und die Aufmerksamkeit verbessern.
Es ist ratsam, Trataka abends durchzuführen, da es dabei hilft, Muskelverspannungen und Müdigkeit, die sich im Laufe des Tages angesammelt haben, zu lösen und den Geist zu beruhigen. Zusammen mit dem Fließen der Tränen verschwinden auch psychologische Probleme und Sorgen.
Es gibt einige Kontraindikationen bei der Durchführung von Trataka. In folgenden Fällen solle man Trataka nicht praktizieren:
- bei Glaukom, Netzhautablösung;
- bei entzündlichen Erkrankungen der Augen oder des Gehirns;
- bei psychischen Störungen;
- wenn die Sonne schon hoch steht, sollte man sich nicht auf sie konzentrieren.
Trataka: Wie man es übt und welche verschieden Arten es gibt
Es gibt drei Arten von Trataka:
- Trataka mit einem äußeren Konzentrationsobjekt (Konzentration des Blicks auf ein äußeres Objekt));
- Trataka mit einem inneren Konzentrationsobjekt (Konzentration auf ein vorgestelltes Objekt mit geschlossenen Augen));
- beide Arten von Trataka, die Konzentration auf ein äußeres und ein inneres Konzentrationsobjekt kombiniert man (der Wechsel zwischen der äußeren und inneren Trataka-Praxis)).
Beginnt man damit, das äußere Trakata zu erlernen, sollte man sich zuerst auf eine Kerzenflamme konzentrieren. Es sollte ruhig und still sein. Alle Türen und Fenster müssen geschlossen sein und Ventilatoren und Klimaanlagen ausgeschaltet werden, um Zugluft zu vermeiden, da die Flamme der Kerze nicht flackern darf. Man setzt sich mit geradem Rücken und gekreuzten Beinen hin, im Siddhasana, Vajrasana oder Padmasana, und der Scheitel zeigt nach oben. Dabei ist es sehr wichtig, dass beide Knie auf dem Boden bleiben. Man schaltet das Licht aus und zündet eine Wachskerze an, die sich in Armlänge auf Augenhöhe befindet. Dann konzentriert man sich auf die Flamme etwas oberhalb des Dochtes und schaut intensiv und lange hin, ohne zu blinzeln. Ausschließlich das Zentrum der Flamme wird fixiert, man versinkt praktisch in diesem Anblick und versucht dabei, den Körper zu vergessen. Empfohlen wird, mit voller Yoga-Atmung zu atmen, und zusätzlich kann man die Udjaj-Atmung üben. Wenn der Blick unscharf wird und die Flamme verschwimmt und an Klarheit verliert, kann man mehrmals blinzeln, um die Konturen wieder scharf zu sehen. Es ist wichtig, die Flamme nicht verschwommen oder doppelt zu sehen, nicht einzuschlafen und sich nicht durch äußere Ereignisse und Gedanken ablenken zu lassen. Wenn man von anderen Bildern oder Gedanken abgelenkt wird, sollte man genau dann Willenskraft aufbringen, um die Konzentration wieder auf die Kerzenflamme zu lenken. Trataka wird so lange durchgeführt, bis die Augen brennen und stark tränen. Danach müssen die Augen mit klarem, kaltem Wasser ausgespült werden, man muss sich ins Shavasana legen und mit geschlossenen Augen weiter das Bild der Kerze betrachten, bis es vollständig verschwunden ist.
Beim inneren Trataka stellt man sich ein Konzentrationsobjekt vor seinem inneren Auge vor, die Augen sind dabei geschlossen. Man muss sich ein klares Bild von seinem Objekt machen und seine Aufmerksamkeit lange darauf richten. Wenn das Objekt während der Konzentration vom inneren „Bildschirm“ verschwindet, muss es mit Willenskraft wieder ins Zentrum der Aufmerksamkeit zurückgeholt werden und Trataka muss so lange durchgeführt werden, bis das Bild verschwunden ist. Normalerweise dauert diese Übung 10-15 Minuten, danach kann sich der Praktizierende im Shavasana entspannen.
Um die Kombination aus äußerer und innerer Trataka-Praxis zu lernen, muss man 3-5 Minuten lang das äußere Trataka durchführen und sich beispielsweise auf eine Kerzenflamme konzentrieren. Danach schließt man die Augen und richtet seine Aufmerksamkeit auf das Bild der Flamme, das man als Lichtfleck vor seinem inneren Auge sieht. Das Wichtigste ist, den Gedankenfluss anzuhalten. Man kann sogar versuchen, für einige Sekunden den Atem anzuhalten. Man sollte versuchen, das Bild der Flamme so lange wie möglich aufrechtzuerhalten. Wenn sich der Lichtfleck vom Zentrum wegbewegt, versucht man, ihn wieder in der Mitte zu fixieren und sich aufs Neue auf ihn zu konzentrieren. Wenn das Bild der Flamme vollständig verschwunden ist, sollte man die Augen öffnen und erneut das äußere Trataka durchführen. Nach 3–5 Minuten schließt man die Augen wieder und konzentriert sich auf den Lichtfleck, bis er ganz verschwunden ist. Das kombinierte Trataka kann über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden.
Abschließend muss betont werden, dass Trataka nicht nur der Konzentration und Reinigung dient, sondern auch die elektrische Aktivität des Gehirns auf die Frequenz überträgt, mit der das Gehirn während der Meditation arbeitet. Deshalb ist diese Technik eine der besten Methoden, um Körper, Bewusstsein und Geist zu reinigen und zu harmonisieren. Wir wünschen allen regelmäßiges Üben von Trataka!
Die Meinung des Autors basiert auf traditionellen ayurvedischen Texten und stellt keine medizinische Expertise dar.